Persönliche Erklärung bezüglich eMobility

Gerne hätte ich mich an dieser Stelle beim Stadtrat für die Beantwortung der Anfrage 624
eMobility bei Behördenfahrzeugen und Fahrzeugen Dritter im Auftrag der Gemeinde
bedankt.
Dies fällt mir angesichts der vorgelegten „Antowort“ (O-Ton) jedoch schwer. Ich neige hier gar zu
behaupten, der Stadtrat hat schlicht seine Hausaufgaben nicht gemacht.

Die Frage, wo der Stadtrat den Potential sieht, wird mehr oder weniger mit „mer lueged mal“
beantwortet.
Auch werden Hybridfahrzeuge genannt, welche de facto bald jedes neue Fahrzeug ausmachen
werden, damit Flottengrenzwerte eingehalten werden können.
Zusätzlich wird auf Gasfahrzeuge verwiesen.
Letztere beiden haben wenig mit eMobility zu tun, sind de facto status quo und werden kaum
mithelfen, eine vom Stadtrat ja angestrebte Netto Null Strategie zu erfüllen.

Auch in der Antwort zur Frage zwei wird viel geschrieben, aber wenig beantwortet.
Natürlich kann man bereits jetzt einfach Leistungserbringer bevorzugen, welche die Dienstleistung
mit alternativen Fahrzeugen erbringen.
Wenn aber wie im Fall Uster zB bei der Müllabfuhr, der Dienstleister dedizierte Fahrzeuge für die
Stadt abstellt, möchte er verständlicherweise Planungssicherheit haben, so dass sich diese
Beschaffung auch amortisieren lässt und nicht in der nächsten Submissionsrunde der nächst
günstigste Anbieter bevorzugt wird. Dies wird in der Antwort leider nicht adressiert.

Die in Antwort #4 genannten Kosten für eine dezentrale Ladestation überraschen. Liegt der Preis
doch gut 3-5x höher als allgemeine Strassenpreise. Hier wurden wohl grosszügig einige
Arbeitsstunden mit einkalkuliert.
Interessant ist auch der Verweis auf die sieben, bald wieder acht „Schnelladestationen“ in der Stadt
Uster
. Diese würde ich mir gerne einmal zeigen lassen.
Die einzige Schnelladestation, auf Ustermer Grund, welche ansatzweise diesen Namen verdient, ist
der 50kW DC Charger der ABB im Trümpeler Areal. 2.5x so leistungsfähig, wie die sogenannten
Ustermer Schnellader. Alternativen gäbs noch bei Lidl in Volketswil & Pfäffikon.
Um einem Kommunalfahrzeug eine Schnelladung z.B. in der Mittagspause zu ermöglichen, müsste
mindestens die aktuell inaktive Ladestelle bei der Energie Uster auf echte Schnelladung und 150kW
Leistung gebracht werden. Ein durchaus budgetrelevanter Posten.

So bleibt der Eindruck, der Stadtrat möchte zwar, weiss aber nicht wirklich wie & wovon er spricht